Kurzantwort: Eine Auslandskrankenversicherung (auch Reisekrankenversicherung) ist fuer fast jede Auslandsreise sinnvoll. Sie deckt akute Behandlungen ab, die deine gesetzliche Krankenkasse im Ausland nicht oder nur teilweise zahlt, und uebernimmt vor allem den Krankenruecktransport ins Heimatland. Achte beim Abschluss darauf, dass der Tarif einen medizinisch sinnvollen (nicht nur notwendigen) Ruecktransport einschliesst. Schon ab wenigen Euro im Jahr bist du abgesichert.
Warum die EHIC allein nicht ausreicht
Mit der Europaeischen Krankenversicherungskarte (EHIC), die auf der Rueckseite deiner Versichertenkarte aufgedruckt ist, bekommst du in den EU-Laendern sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Koenigreich notwendige medizinische Versorgung. Aber: Die EHIC gilt nur bei staatlichen beziehungsweise Vertragsaerzten und -kliniken, nicht bei Privataerzten oder Privatkliniken. Ausserhalb dieser Laender greift sie gar nicht. Und der entscheidende Punkt: Einen Krankenruecktransport in die Heimat zahlt die gesetzliche Krankenkasse grundsaetzlich nicht, auch nicht innerhalb der EU. Genau diese Luecke schliesst die private Auslandskrankenversicherung.
Kernfakten auf einen Blick
| Punkt | Das solltest du wissen |
|---|---|
| Was ist abgedeckt? | Akute ambulante und stationaere Behandlungen, schmerzstillende Zahnbehandlungen, Krankentransport und Krankenruecktransport |
| EHIC vs. Police | EHIC zahlt keinen Ruecktransport und gilt nicht in Privatkliniken; die private Police schliesst diese Luecke |
| Ruecktransport | Gute Tarife uebernehmen den medizinisch sinnvollen Transport, nicht nur den notwendigen |
| Organisation | Den Ruecktransport muss meist der Versicherer selbst organisieren, sonst drohen Eigenkosten |
| Standarddauer | Viele Jahrespolicen decken Reisen bis rund 6 Wochen ab; fuer laengere Aufenthalte gibt es Langzeittarife |
| Kosten | Schon ab wenigen Euro pro Jahr fuer Einzelpersonen erhaeltlich |
In 5 Schritten zur passenden Auslandskrankenversicherung
- Pruefe, ob du Einzel-, Familien- oder Jahrestarif brauchst und wie lange deine laengste Reise dauert.
- Achte darauf, dass der Krankenruecktransport enthalten ist und idealerweise schon bei medizinisch sinnvollem Transport greift.
- Kontrolliere, ob auch die Kosten fuer eine notwendige Begleitperson uebernommen werden.
- Lies nach, wer den Ruecktransport organisieren muss; in der Regel ist das der Versicherer selbst.
- Vergleiche Tarife, schliesse vor Reisebeginn ab und speichere die 24/7-Notrufnummer in deinem Handy.
Reist du im Rahmen einer Pauschalreise? Dann pruefe, was bereits ueber deinen Reiseveranstalter abgesichert ist, bevor du eine zusaetzliche Police abschliesst.
Haeufige Fragen
Brauche ich eine Auslandskrankenversicherung trotz EHIC?
Ja. Die EHIC deckt nur die staatliche Grundversorgung in EU- und EWR-Laendern, der Schweiz und dem Vereinigten Koenigreich ab und zahlt keinen Krankenruecktransport. Die private Police uebernimmt genau das und gilt zudem weltweit sowie in Privatkliniken.
Was kostet ein Krankenruecktransport ohne Versicherung?
Das kann sehr teuer werden. Schon ein Ruecktransport innerhalb Europas kann mehrere tausend Euro kosten, bei interkontinentalen Fluegen deutlich mehr. Ohne passende Police traegst du diese Kosten selbst, mit Police sind sie abgedeckt.
Worauf muss ich beim Ruecktransport im Vertrag achten?
Wichtig ist die Formulierung: Ein guter Tarif zahlt schon beim medizinisch sinnvollen und vertretbaren Ruecktransport, nicht erst beim medizinisch notwendigen. Ausserdem solltest du den Transport im Notfall ueber den Versicherer organisieren lassen, sonst kann die Erstattung entfallen.
Gilt die Versicherung auch fuer Langzeitreisen?
Standard-Jahrestarife decken oft nur Reisen bis etwa sechs Wochen am Stueck ab. Fuer Work-and-Travel, Sabbaticals oder Weltreisen gibt es spezielle Langzeit-Reisekrankenversicherungen ueber mehrere Monate oder Jahre.
Allgemeine, unabhaengige Informationen zur Auslandsreisekrankenversicherung findest du bei der Verbraucherzentrale.
Zuletzt fachlich geprueft: Juni 2026. Quelle: Verbraucherzentrale, ADAC, GKV-Spitzenverband (EHIC).
