Kurzantwort: „Reisejournalist“ ist in Deutschland kein geschützter Beruf und keine geregelte Ausbildung. Es gibt also keinen vorgeschriebenen Weg. Die üblichen Einstiege sind ein Volontariat in einer Redaktion, eine Journalistenschule oder ein Studium, oft kombiniert mit freier Mitarbeit. Die meisten Reisejournalisten arbeiten freiberuflich, und viele sind Quereinsteiger. Entscheidend sind sauberes Recherchieren, gutes Schreiben und ein verlässliches Netzwerk.
Welche Wege führen in den Reisejournalismus?
Weil die Journalistenausbildung in Deutschland nicht einheitlich geregelt ist, führen mehrere Wege zum Ziel. Du musst nicht alle gehen, aber jeder Weg hat eigene Stärken. In der Praxis kombinieren viele mehrere Bausteine, etwa ein Studium plus freie Mitarbeit oder ein Volontariat nach dem Abschluss.
| Weg | Worum es geht | Typische Dauer |
|---|---|---|
| Volontariat | Praxisnahe Ausbildung direkt in einer Redaktion, mit Durchlauf mehrerer Ressorts | ca. 18 bis 24 Monate |
| Journalistenschule | Stark praxisorientiert und sehr selektiv (z. B. renommierte Schulen) | ca. 18 bis 24 Monate |
| Studium | Journalistik, Medien oder ein Fachstudium als Grundlage | 3 Jahre und mehr |
| Freier Einstieg / Quereinstieg | Eigene Texte anbieten, Blog oder Portfolio aufbauen, Kontakte knüpfen | laufend |
Für den Reisejournalismus gibt es keine eigene vorgeschriebene Ausbildung, da sich grundsätzlich jeder Journalist nennen darf. Gerade hier gibt es deshalb viele Quereinsteiger aus anderen Berufen. Die Mehrheit arbeitet freiberuflich für mehrere Auftraggeber.
So startest du Schritt für Schritt
- Lies viel: Reiseführer, Reportagen und Texte von Kollegen, um Stil und Aufbau zu verstehen.
- Schreibe regelmäßig und baue ein kleines Portfolio auf, gern mit einem eigenen Blog.
- Lerne die Grundlagen der Reisefotografie (Belichtung, Bildaufbau, Perspektive).
- Biete fertige Themen aktiv bei Redaktionen an, statt nur auf Aufträge zu warten.
- Knüpfe Kontakte zu Redaktionen, anderen Journalisten und lokalen Ansprechpartnern.
Was du über Geld und Pressereisen wissen solltest
Reisen ist teuer, deshalb greifen Freie wie Redaktionen oft auf Pressereisen zurück: Veranstalter oder Tourismusregionen übernehmen Kosten, im Gegenzug wird berichtet. Genau hier liegt die größte Verantwortung. Der Spagat zwischen neutraler Berichterstattung und PR ist die zentrale ethische Herausforderung im Reisejournalismus. Berufsverbände wie der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ) geben dazu Orientierung, etwa über Verhaltensregeln und Honorarempfehlungen. Konkrete Honorare hängen stark von Auftraggeber, Umfang und Reichweite ab. Plane als Freie:r realistisch und nenne eingeladene Reisen in deinen Texten transparent.
Wenn du über Reisen schreibst, hilft eigenes Erfahrungswissen enorm. Praktische Themen rund ums Verreisen, etwa der Flughafen-Check-in, die Wahl des Sitzplatzes oder Regeln zum Gepäck, liefern dir glaubwürdige Geschichten aus erster Hand.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Studium, um Reisejournalist zu werden?
Nein, zwingend nicht. Es gibt keine geschützte Ausbildung. Ein Studium oder eine journalistische Grundausbildung hilft aber sehr, und viele Reisejournalisten sind dennoch Quereinsteiger.
Kann man vom Reisejournalismus leben?
Die meisten arbeiten freiberuflich und für mehrere Auftraggeber. Ein stabiles Einkommen entsteht meist erst mit Erfahrung, gutem Netzwerk und mehreren Standbeinen wie Text, Foto und Online.
Sind Pressereisen erlaubt?
Ja, sie sind üblich. Wichtig ist Transparenz: Eingeladene oder bezahlte Reisen solltest du offenlegen und trotzdem ehrlich und kritisch berichten.
Tipp am Rande: Achte bei eigenen Recherchereisen auf die Bedingungen von Reiseveranstaltern, das schärft den Blick für gute Geschichten.
Zuletzt fachlich geprüft: Juni 2026. Quelle: Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ), Deutscher Fachjournalisten-Verband (DFJV).
